Donnerstag, 20. August 2015

Grönland, Eisberge, Slackline!


"Wir haben eine Idee für ein Slackline Projekt, bist du dabei?"

Das haben mich Mattia und Fede gefragt.
Natürlich war meine Antwort, "Yeah logisch, was für ein Projekt habt ihr im Sinn?"

"Grönland, Slackline, Eisberg!"

"WAS?? Eine Slackline auf einem Eisberg?"
Mir sind gleich Bilder in den Kopf geschossen von sich drehenden, kolabierenden Eisbergen.
Ich war skeptisch, zurückhaltend. Auf dem Papier ist die Idee klasse, aber in die Realität umzusetzen ist was anderes...

Wir haben uns alle 3 mal Gedanken dazu gemacht und recherchiert. Videos von Eiskletterern, bei welchen große Stücke abbrechen sobald sie die Eispickel ins Eis hauen, verschiedene Berichte, alles was ich gefunden habe, hab ich durch geschaut!

Ich konnte nichts finden wo nicht erwähnt wurde das es ungefährlich ist!

Ist dieses Projekt wirklich eine gute Idee??

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Juni, Hitze, kurze Hosen, Flip Flop, Schwimmen... und wir starten ins kühle!
Nach einem Jahr, nach unzähligen Hin und Her, Team Treffen, Sponsoren Suche usw., wird diese Reise Realität! Wir fahren nach Grönland!

Jedoch ist es immer noch eine Reise ins Ungewisse. Wir sehen erst vor Ort ob unser Plan, eine Slackline auf einem Eisberg zu spannen, auch klappen wird!

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Bei Hitze steigen wir in Mailand in den Flieger, zuerst nach Island und von dort nach Grönland!
Vom Flugzeug in die Nussschale! Mit einem kleinen Boot mit 9 Plätzen gehts durch die Eisschollen durch. Ich komm mir vor wie auf der Titanic, immer wieder krachen wir gegen Eisbrocken...

Im Dorf angekommen, geht's zu unsrer Lodge, Robert Peroni, ein Südtiroler welcher schon seit 35 Jahren in Grönland lebt, führt diese. Er ist auch derjenige der uns organisatorisch hilft, Boote, Infos, usw.!

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Mailand Start

Zu Fuß vom Flughafen zum Hafen in Kulusuk

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Nach ein paar Eingewöhnungstagen, werden Mattia und ich unruhig, wir müssen eine Slackline spannen. Erste Ausfahrten zum Auskundschaften von Eisbergen haben wir schon gemacht. Jedoch versperren immer wieder Eisschollen den Weg und es ist leicht möglich das wir dadurch nicht mehr zurück in unseren Fjord kommen.

Deshalb haben wir entschlossen in einer Bucht eine Waterline aufzubauen.
Klares Wasser, dahinter Eisschollen, Berge! Ein Traum! Doch ins Wasser will keiner fallen, es gerade mal 4°!

Nach dieser ersten Line machen wir noch die womöglich erste Highline Grönlands, mit Blick auf Eisberge, ebenfalls traumhaft, wie so vieles in dieser Landschaft.

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Endlich gehts los, Material sortieren, Rucksack packen, und hoppla!
Mit dem Boot fahren wir am Abend raus zu den Eisberg welchen wir im Kopf haben, das Schloss...
Wir fahren einmal die Runde, schauen wo wir am besten rauf können.
Steigeisen anziehen, Pickel in die Hand, auf den Bug vom Boot raus, mein Herz klopft, ich bin nervös, ein Sprung und schon bin ich auf dem Eisberg! Mattia gleich nach...

Sofort machen wir uns daran die Line zu befestigen, keine Highline, das Eis ist etwas zu warm, zu unsicher für eine Highline. Wir spannen eine niedere Line, alles auf Eisschrauben befestigt, spannen und schon kommt der wichtigste Teil! Schnick schnack schnuck, wem gebührt die Ehre als erster zu starten. Ich gewinne und starte! 
Der Wahnsinn, wir haben es tatsächlich geschafft, wir haben eine Slackline auf einem Eisberg gespannt! Beide können wir die Line begehen!

Nach ein paar Runden und Tricks, mit "Goaßl",  mach ich noch eine Runde, NACKT!
Das hab ich schon seit ein paar Monaten im Hinterkopf. hahahaha

Zurück auf dem Boot bei den anderen, welche alles mit den Kameras festgehalten haben, sind wir überglücklich das wir unser Projekt realisiert haben!

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The Castle

The King and the Knight of the Castle

Das Team

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Nach dieser Line haben wir noch zur Sommersonndwende um Mitternacht eine Highline aufgebaut, immer noch bei Tageslicht, da es um die Zeit nicht dunkel wird.
Und auf einer Line zwischen 2 alten ausgemusterten Fischerbooten haben wir uns ebenfalls noch ausgetobt.

Nach zwei Wochen, verschiedenen Slacklines, Gipfelbesteigungen am Abend, tollen Erlebnissen im Dorf und einem Zeitplan der nur nach Gefühl geht, ging es wieder langsam ans packen für die Heimreise.

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Feierobmdbierl

Highline zu Mitternacht

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ABER, wir wollten noch eine Sache erledigen. Wir wollten noch ein paar Eisberge beklettern. Also gings nochmals raus, und wir bestiegen noch 3 weitere Eisberge. Beim letzten kraxelten wir neben einer "Schlucht" rauf. Wir hatten diesen Eisberg schon am Anfang gesehen, aber die Idee einer Highline über diese Schlucht wieder verworfen, da wir noch keine Ahnung von der Qualität und dem Verhalten der Eisberge hatten. Oben angekommen, nach der ersten Slackline auf dem anderen Eisberg, entschlossen wir hier noch was zu machen.

Am unseren letzten Tag, mit nur begrenzter Zeit von 2.30 Stunden fuhren wir raus zu unserem letzten Grönland Abenteuer! Ruckzuck oben auf dem Gipfel des Eisberges, Mattia und Ralf auf einer Seite, ich auf der anderen. Die Eisschrauben rein, wie wir uns das alles ausgedacht hatten. Line gespannt und wieder gings auf die Line.
Diese Line war noch der ultimative Abschluss unserer Reise. Die erste Highline auf einem Eisberg!
Jetzt haben wir alles gemacht was wir machen wollten.

Jetzt können wir die Heimreise mit einem noch größeren Grinsen antreten!

Ein Erlebnis das einem für immer bleibt! Und Grönland hat noch viel unberührtes Land das es zu entdecken gilt! Bis zum nächsten mal...

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Benjamin Kofler
Mattia Felicetti
Federico Modica
Graziano Bosin
Ralf Brunel
Alice Russolo
Luca Zanon

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Danke an alle Unterstützer und Sponsoren!

- Montura
- Grivel
- Mountain Spirit
- Slackline-Tools
- Fitwell
- Piazzi Autotrasporti
- verdepistacchio
- Shootools
- Midland
- Cebe

Mehr Infos, Fotos, und vieles mehr unter:
www.monturaicebergchallenge.com

Donnerstag, 14. Mai 2015

LOST IN SPACE!










Ich öffne die Augen, Morgendämmerung, schließe sie wieder, noch ein wenig Schlaf.
Es schaukelt auf und ab sobald man sich bewegt.
Ich liege in meiner Hängematte. Wir sind übers Wochenende beim Highlinen.
Der Wind bläßt und ich kann nicht mehr schlafen.
Ich richte mich auf und schau über die Hängematte runter. 
Unter mir, nein, nicht gleich der Boden, unter mir nur Leere. 
Ich hänge 100m über dem Boden, in der Schwarzenbachschlucht.
Über mir das Netz in dem Philipp noch schläft.

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Wir haben eine Spaceline aufgebaut. In der Mitte ein Netz, quadratisch, von jedem Eck geht eine Slackline zum Rand der Schlucht.

Vor einiger Zeit haben wir übers Highlinen geplaudert, über neue Lines, neue Erlebnisse.
Da wäre so eine Spaceline genau das richtige, zwar viel Aufwand, Arbeit und viele Kilos zu schleppen. Aber es zahlt sich aus!

Nachdem wir den richtigen Platz gefunden haben, machte ich mich ans planen.
Material sortieren, vorbereiten, Netz knüpfen, Material zum Platz hochtragen.
Das Slackline Equipment kommt schon allein auf 70 Kilo. Dazu kommen noch Proviant, Schlafzeug und Drohne.
Freitag Nachmittag haben wir schon das Verbindungsseil über die Schlucht gebracht.
Samstag geht der Aufbau ohne große Komplikationen voran, zu Mittag haben wir alles stehen.

Spaceline - Spacetime!

Die Lines sind nicht einfach zu begehen, durch den Fixpunkt in der Mitte, bewegt sich die Line in alle Richtungen. 
Doch das ist auch der Reiz dabei. Jede Line ist ca. 25m-30m Lang.

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Sonntag morgen, ich genieße noch ein wenig die Stille und den Ausblick, die ersten Sonnenstrahlen scheinen durchs Tal. 
Frühstück, warten wir auf die wärmende Sonne. Kaffeeduft und noch ein wenig relaxen…

Dann wird’s Zeit! 
Topf aufstellen, Wasser kochen, Frühschoppen!
Weißwurst und ein leckeres Hefe. Natürlich darf die „Goaßl“ auch nicht fehlen.
Stehend auf dem Netz, in 100m Höhe, bei wunderschönstem Wetter „Goaßlschnöllen“, was gibt’s besseres?

Nach zwei super Tagen, bauen wir alles ab und genehmigen uns noch ein leckeres Eis!


Danke für die Hilfe
Philipp, Simon, Thomas, Mattia, Michele, Come Up!

Fotos Thomas Monsorno und Philipp Micheli

Danke für die Unterstützung





















Donnerstag, 25. September 2014

Big Cat - Wasserfall und Katzenleiter

Big Cat - Wasserfall und Katzenleiter


Das Wasser schießt hundert Meter in die Tiefe.
Fasziniert schau ich den einzelnen Tropfen auf Ihrem Weg nach unten zu.
Ich selber liege in der Hängematte, aber nicht am Rand der Schlucht, nein, ich häng in der Mitte der Schlucht. Die Hängematte ist an der Highline befestigt.

Es ist schon Abend und ich bin müde, hab immer wieder probiert diese wunderbare Line sturzfrei zu begehen. Jedoch erfolglos!

2 Jahre später, Stufe um Stufe kämpf ich mich mit dem ganzen Material zum Wasserfall über die "Katzenleitern" hinauf. Oben angekommen schießt der Wasserfall neben mir mit einer Wucht hinunter. Nach einiger Zeit ist die Highline aufgebaut und ich binde mich in die Sicherung ein. Ich bin richtig entspannt, heute ist diese Länge der Line angenehm zu gehen. Denoch, ein wenig Nervosität ist schon dabei, von den ersten Metern weg ist man extrem ausgesetzt.

Ich kann die Line erfolgreich begehen, kann dieses Projekt endlich abhacken.
Doch das letzte mal bin ich nicht hier, es ist noch Platz für andere Lines!
Und die Schlucht sieht einfach grandios aus…



Danke
an meine Freunde für die Hilfe und die Filmaufnahmen mit der Drohne
für die Fotos Thomas Monsorno
an meine Sponsoren: Mountain Spirit, Slackline-Tools, Mad's Streetwear, Edelrid Italy, Rothoblaas

Infos zur Highline:
61 m Länge, 100 m Höhe
Slackline-Tools Strong II
Backup Statikseil 10,5 mm 

 

 

 




Mittwoch, 10. September 2014

Eine Highline zum Finger ablecken!


Meine erste Alpine Kletterroute führte mich mit meinem Großonkel auf die Fünffingerspitze.
Atemberaubend!
Niemals hätte ich als junger Bursche daran gedacht, hier jemals über ein schmales Band zu balancieren.

Doch seid ich mit dem Slacklinen begonnen habe, hatte ich eine Traumline im Hinterstübchen, eine Line zwischen Daumen und Zeigefinger.
Von unten jedoch konnte man nicht richtig einschätzen wie lang der Abstand sein würde.
Jedes mal als der Gedanke aufkam, verdrängte ich Ihn wieder auf das nächste mal.

Heuer jedoch, ist die Zeit gekommen, ich sah mich darüber hinaus mir alles genauer anzuschauen.
Ich schaute mir mit Simon alles an und wir waren sofort begeistert!

2 Wochen später, war's soweit. Zu 5 machten wir uns auf den Weg diese Line zu realisieren.
Philipp, Schorsch, Mattia, Simon und Ich. 

Schorsch beim kraxln
Simon

Gipfelankunft


Zuerst einige Seillängen klettern - mit viel Gewicht auf dem Rücken - dann der Aufbau und schlussendlich der Moment vor dem ersten Versuch.
Ich war zuversichtlich das ich die Line begehen kann.
Tief ein und ausatmen, den Moment genießen, raus auf die Line und los geht's.
Nach 40m, der Freudenschrei! Meine Traumline, ist nicht mehr nur ein Traum!
Wahnsinn!






Nachher saßen wir alle auf dem Gipfel des Daumens verstreut, keiner außer uns noch auf der Fünffingerspitze unterwegs!
























Nach dem Abseilen, gings direkt zur Hütte und das wohlverdiente Bierl!
Früh ins Bett gings aber auch, denn am nächsten Tag hieß es schon um 5 Uhr in die Kletterroute einzusteigen.
Wir mussten früh auf den Gipfel um ein Treffen der besonderen Art nicht zu verpassen.
Oben angekommen, blieb nicht mehr viel Zeit um mich einzuwärmen, ich legte gleich los und ging auf die andere Seite, dort wartete ich 5 Minuten. Man hörte Ihn schon von weitem kommen!

Den Helikopter mit Chris Espen darin. Der Heli flog an der Line vorbei und stieg immer höher hinauf, bis er stehen blieb. Ich machte mich bereit zu starten. Volle Konzentration!
Chris sprang vom Heli weg, ich stand auf der Line auf und ging los.
Jeden Meter was er viel, ging ich weiter ans andere Ende.
Man hörte ihn immer näher kommen, immer lauter, schneller, bis der Zeitpunkt gekommen war!
Er flog nur knapp, einige Meter von mir entfernt über die Highline hinweg.
Ich sah ihn nur kurz an mir vorbei schießen. Aber ein unvergesslicher Moment!

Nachher machten wir noch einen Flug. Dieses mal konnte ich von der Hängematte aus mit verfolgen, wie er unter mir die Schlucht zwischen Daumen und Zeigefinger durchflog.

"Su col Polesc" - Daumen hoch, der Name für diese Line.
Eine Highline für die man sich alle Fünf Finger ablecken kann!


Danke an die super Jungs für die Hilfe!
Und auch an meine Sponsoren und Unterstützern
Mountain Spirit, Marmot Shop Bozen, Edelrid, Slackline-Tools, Mad's Streetwear, Rothoblaas

Chris Espen im Anflug!




 










Mattia
Die Highline Wingsuit Combi 




Montag, 16. Juni 2014

Hoch über den Köpfen in der Kurstadt!

Letztes Wochenende fand in Meran wieder das Straßenkünstler Festival Asfaltart statt (www.asfaltart.it)!
Dieses Jahr waren wir (Come Up!) Teil des Programms und wir durften, neben anderen super Künstlern, unsere Kunststücke auf der Highline zeigen.
Anlässlich der 100 Jahre Kurhaus, wurde die Highlineshow direkt vom Kurhaus aus gestartet und ging direkt über den Köpfen der Besucher hinweg!
Ein Wahnsinns Erlebnis in super Ambiente.

Hier noch einige Eindrücke