Mittwoch, 10. September 2014

Eine Highline zum Finger ablecken!


Meine erste Alpine Kletterroute führte mich mit meinem Großonkel auf die Fünffingerspitze.
Atemberaubend!
Niemals hätte ich als junger Bursche daran gedacht, hier jemals über ein schmales Band zu balancieren.

Doch seid ich mit dem Slacklinen begonnen habe, hatte ich eine Traumline im Hinterstübchen, eine Line zwischen Daumen und Zeigefinger.
Von unten jedoch konnte man nicht richtig einschätzen wie lang der Abstand sein würde.
Jedes mal als der Gedanke aufkam, verdrängte ich Ihn wieder auf das nächste mal.

Heuer jedoch, ist die Zeit gekommen, ich sah mich darüber hinaus mir alles genauer anzuschauen.
Ich schaute mir mit Simon alles an und wir waren sofort begeistert!

2 Wochen später, war's soweit. Zu 5 machten wir uns auf den Weg diese Line zu realisieren.
Philipp, Schorsch, Mattia, Simon und Ich. 

Schorsch beim kraxln
Simon

Gipfelankunft


Zuerst einige Seillängen klettern - mit viel Gewicht auf dem Rücken - dann der Aufbau und schlussendlich der Moment vor dem ersten Versuch.
Ich war zuversichtlich das ich die Line begehen kann.
Tief ein und ausatmen, den Moment genießen, raus auf die Line und los geht's.
Nach 40m, der Freudenschrei! Meine Traumline, ist nicht mehr nur ein Traum!
Wahnsinn!






Nachher saßen wir alle auf dem Gipfel des Daumens verstreut, keiner außer uns noch auf der Fünffingerspitze unterwegs!
























Nach dem Abseilen, gings direkt zur Hütte und das wohlverdiente Bierl!
Früh ins Bett gings aber auch, denn am nächsten Tag hieß es schon um 5 Uhr in die Kletterroute einzusteigen.
Wir mussten früh auf den Gipfel um ein Treffen der besonderen Art nicht zu verpassen.
Oben angekommen, blieb nicht mehr viel Zeit um mich einzuwärmen, ich legte gleich los und ging auf die andere Seite, dort wartete ich 5 Minuten. Man hörte Ihn schon von weitem kommen!

Den Helikopter mit Chris Espen darin. Der Heli flog an der Line vorbei und stieg immer höher hinauf, bis er stehen blieb. Ich machte mich bereit zu starten. Volle Konzentration!
Chris sprang vom Heli weg, ich stand auf der Line auf und ging los.
Jeden Meter was er viel, ging ich weiter ans andere Ende.
Man hörte ihn immer näher kommen, immer lauter, schneller, bis der Zeitpunkt gekommen war!
Er flog nur knapp, einige Meter von mir entfernt über die Highline hinweg.
Ich sah ihn nur kurz an mir vorbei schießen. Aber ein unvergesslicher Moment!

Nachher machten wir noch einen Flug. Dieses mal konnte ich von der Hängematte aus mit verfolgen, wie er unter mir die Schlucht zwischen Daumen und Zeigefinger durchflog.

"Su col Polesc" - Daumen hoch, der Name für diese Line.
Eine Highline für die man sich alle Fünf Finger ablecken kann!


Danke an die super Jungs für die Hilfe!
Und auch an meine Sponsoren und Unterstützern
Mountain Spirit, Marmot Shop Bozen, Edelrid, Slackline-Tools, Mad's Streetwear, Rothoblaas

Chris Espen im Anflug!




 










Mattia
Die Highline Wingsuit Combi 




Montag, 16. Juni 2014

Hoch über den Köpfen in der Kurstadt!

Letztes Wochenende fand in Meran wieder das Straßenkünstler Festival Asfaltart statt (www.asfaltart.it)!
Dieses Jahr waren wir (Come Up!) Teil des Programms und wir durften, neben anderen super Künstlern, unsere Kunststücke auf der Highline zeigen.
Anlässlich der 100 Jahre Kurhaus, wurde die Highlineshow direkt vom Kurhaus aus gestartet und ging direkt über den Köpfen der Besucher hinweg!
Ein Wahnsinns Erlebnis in super Ambiente.

Hier noch einige Eindrücke








Dienstag, 15. April 2014

Balanceakt zwischen Tradition und Trendsport

"Goaßlschnelln" - Brauchtum, Tradition in Südtirol und darüber hinaus.

Am Boden benötigt es schon einige Zeit um es richtig gut zu beherrschen, auf der Slackline ist es noch einmal ein Schritt weiter. Man muss nicht nur die "Goaßl" schwingen und "schnöllen", man muss auch das Gleichgewicht halten um nicht runterzufallen.
Ein Balanceakt!

Nach jahrelangen "Goaßllinen" am Boden und meiner Leidenschaft für´s Highlinen, nahm ich die Goaßl mit zu einer meiner Highlines um es auf einer in der Höhe gespannten Slackline zu probieren. (Und auch um eine alte Aussage von mir wahr zu machen, nämlich auf der Highline "Goaßl zu schnölln"!)





Gesagt getan, doch der erste Versuch kostet einiges an Überwindung!
Normalerweise ist es bei einer Highline, bei der einem die Höhe runterzieht und man gegen seine Angst ankämpft, schon schwierig sein Können vom Boden auf die Highline zu übertragen.
Doch nach einigen Versuchen hatte ich alles unter Kontrolle und konnte richtig loslegen.
Mittlerweile habe ich auf Highlines von 10m Höhe bis 300m Höhe "Goaßlgschnöllt".


Ende März hatte ich die Möglichkeit mit "Südtirol Heute" einen Beitrag dazu zu filmen.


Womöglich finden in Zukunft noch einige "Goaßlschnöller" Ihren Weg auf die Highline!






Danke an:

Mountain Spirit
Edelrid
Marmot
Mad´s Streetwear

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Am Anfang oder Ende der Welt








Auf der Landkarte sind in Puhgoan drei Lodges eingezeichnet. Die Häuser aus Stein sind terrassenförmig in den Hang gebaut-entgegen der Schwerkraft. Einige Türen sind blitzblau oder altrosa. Die meisten hängen nur mit Tierhaut zusammengehalten im Rahmen. Nägel scheint man hier nicht zu kennen. Bloß die kleinen Solarpaneele auf jedem Flachdach bringen mich zurück ins zwanzigste Jahrhundert.
Eine der bunten Türen öffnet sich. Ein verrotzter Junge grinst uns breit an und seine Mutter bittet uns weiter. "Shop"? Frage ich vorsichtig. Ein Lächeln und wir sitzen mit der Familie im Wohnraum, auf dem Lehmboden um die offene Feuerstelle. Wir bestellen Bier und Zigaretten. Gebrochenes englisch. Gastfreundschaft. Das schmutzige Kind spielt im speckigen Schein des Feuers mit einer noch schmutzigeren Puppe.



Rauch füllt die Luft um den kleinen Steinalter. Der Lama murmelt unverständliche Worte, liest unentzifferbare Zeichen aus einem abgegriffenen Buch. Der Berg soll uns freundlich gesinnt sein.

Der Berg mag uns nicht. Drei Tote Sherpas müssen geborgen werden. Lawine. Die zwei Nachbarexpeditionen packen. Keine Träger, kein Glück. Doch wir versuchen unseres in den Lawinenhängen.
"Wum" und ich bleibe stehen Leo sieht den Riss in der Schneedecke. Zurück. Wir sind allein auf etwa 6200m. Soviel Kraft bis hierher. Spur voraus, bis zu den Knien. Die Rucksäcke mit dem Hausrat größer als die Menschen, die sie tragen.


Donnerstag, 19. September 2013


HIMLUNG HIMAL - NEPAL



Ja, wir werden bestimmt ein paar schöne Herbsttage verpassen! Die schönste Zeit, wenn man noch über braune Almen laufen kann, die schon einsam auf den Winter warten. Und die eine oder andere Klettertour im warmen Fels in Arco wird sich auch nicht mehr ausgehen. Das bunte Laub wird im trüben Novemberregen am Boden liegen, wenn wir wieder zurückkommen.
ABER: Dafür können wir uns jetzt das monsunschwere Kathmandu geben, die stickige Hitze in der verwinkelten Stadt. Im Thamel zwischen hupenden Autos und Motorrädern im Menschengewimmel herumstolpern und dann, wenn wir von der lauten staubigen Stadt genug haben aufbrechen in die eisige Kälte. Unterwegs einen salzigen Yakbuttertee trinken und hoffen, dass es einem nicht den Magen umdreht. In entlegenen Klöstern dem Gemurmel der Mönche lauschen und sich bei der Puja von verbrennenden Thujenbuschen einräuchern lassen, bevor man dann mit den Sherpas einen Whiskey trinkt - auf dass es gelingen mag, und uns die Götter gut gesinnt sind. Danach im kleinen Zelt zwischen Rucksack, schweren Bergstiefeln und Daunenjacken auf 6000m eine köstliche Instantsuppe löffeln und in den Schlafsack kriechen, sobald die letzten Sonnenstrahlen hinter den Bergrücken verschwinden.
Namaste!

Mittwoch, 14. August 2013


The Spirit of Mountain

Nun werde ich auf meinen zukünftigen Projekten von einem neuen Partner unterstützt.
Danke an Mountain Spirit.

http://www.mountainspirit.it/de/
Mountain Spirit

Dienstag, 6. August 2013

Highline Ice Parade Müllerhütte - 3145m

Ewiges Eis - Highline auf der Müllerhütte

Ich sitze zu Hause im Schatten und döse in der Hitze des Sommers vor mich hin.
Der Schweiß rinnt regelrecht in Strömen herunter.
Ich kann es kaum erwarten, 3000 m, kühle Luft, Gletscher, Eis!
Das Event auf der Müllerhütte, die Ice Parade, ein Eiskletterwettbewerb in einer Gletscherspalte rückt immer näher.
Meine Gedanken kreisen ums Eisklettern in der Spalte, aber auch um noch eine andere Sache, ein schon lang gehegter Wunsch von mir. Hoffentlich klappt alles, das Material ist schon auf der Hütte, wartet auf mich.
Ich gehe im Kopf einige Bilder durch, wo könnte der geeignete Platz sein. Alles auf dem Gletscher, oder zumindest eine Seite, das wäre perfekt!

Schwarzwandscharte

Simon

Die Müllerhütte

Der Rucksack ist gepackt, das letzte Material das noch benötigt wird, ist verstaut.
Viel ist es nicht, aber trotzdem noch genug um nicht behaupten zu können, wir sind mit leichtem Gepäck unterwegs.
Endlich starten, Simon holt mich ab. Auf ins Passeiertal.
Vor uns ein 4 Stunden Aufstieg.
Wir kommen mit dem letzten Tageslicht auf der Hütte an und werden schon erwartet.
Ein Haufen bekannter Gesichter, bei einem Bierl auf 3145 m gehen wir durch was alles am nächsten Tag auf dem Plan steht. Simon und ich konzentrieren uns auf unser Vorhaben, die anderen richten die Routen in der Spalte für´s Event her.

Ice Parade Team (einige sind nicht auf dem Bild)

Nach dem Frühstück geht´s los.
Jetzt wird´s ernst, wo ist der beste Platz.
Keine 10 Minuten musste wir suchen, gleich unter der Müllerhütte, direkt ober dem Weg wo alle Bergsteiger vorbei gehen, haben wir gefunden was wir gesucht haben.
Eine Seite im Fels, eine im Gletscher. Eine Highline auf über 3000 m.
Wir beginnen mit dem Aufbau, 2 Stunden Pickeln um den Fixpunkt für die Highline im Eis zu richten. Auf der Felsenseite benötigen wir keine 5 Minuten, die Bohrhaken sind schnell gesetzt. Nach dem Aufbau kommt die Nervosität. 52 m Länge, auf 3000 m! Nicht gerade eine einfache Sache. Ich setz mich auf die Line, spür die Schwingungen der Line, konzentriere mich und stehe auf. der Erste Schritt, schon bin ich in einem anderen Raum. In diesem Raum existiert nur das hier und jetzt, keine Zeit, keine störenden Gedanken.

Schritt für Schritt komme ich dem Gletscher näher, Eis das einerseits kompakt und ewig wirkt, jedoch andererseits zerbrechlich und unter der Sonne leidet und schwindet.


Angekommen im Eis, ein unglaublicher Moment!
Kurz darauf bin ich wieder auf der Line und auf der Seite wo Simon auf mich wartet.
Geschafft!
Mein Wunsch eine Highline auf einem Gletscher zu begehen geht in Erfüllung, zudem ist diese Line noch ein kleiner Rekord. Sie ist mit 3100m die zurzeit höchstgelegenste Highline Südtirols.


  



Im Hintergrund das Becher Haus



Nach einigen weiteren Begehungen, lassen wir Feierabend, jetzt steht die Party auf der Müllerhütte bevor.
Extra für die Ice Parade spielt am Samstagabend eine Live Band auf der Hütte. Gute Stimmung und Bier im Überfluss.
Am Tag darauf geht´s mit noch müdem Schritt zur Spalte und zum Wettbewerb.
2 Routen, eine leichtere und eine schwerere können geklettert werden.
Nach der Siegerehrung, bei der nicht nur die jeweils Ersten, sondern alle eine Preis bekommen, räumen wir zusammen und begeben uns auf den Abstieg.
Mit jedem Meter Richtung Tal wird es wärmer.

Wieder sitze ich zu Hause im Schatten, die Sonne brennt nieder.
Doch jetzt lässt sich die Hitze besser aushalten, ich denk an die Highline und die Gletscherspalte, schon gleich wird mir kühler, in meinen Gedanken jedenfalls!


Danke an Heidi und Lukas von der Müllerhütte, Simon Heinz für die Hilfe bei der Highline und allen anderen vom Ice Parade Team.


www.muellerhuette.eu

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